Strahler Ausflug der Haslistrahler am Samstag 19.06.2021

Endlich wieder einmal zusammen mit Gleichgesinnten etwas unternehmen, nicht „nach Corona“ aber doch mit guten Aussichten auf ein befreiteres Leben! Eine bunt zusammengewürfelte Schar der Haslistrahler von 14 Personen inklusive Kinder trafen sich im Grimsel Hospiz. Nun, da der Grimselpass wieder offen ist, kommen alle zur richtigen Zeit… außer, tja, spielt ja keine Rolle wer, auf jeden Fall kommen zwei gerade sehr pünktlich, da sich irgendein „20-Töner“ oder so etwas Ähnliches auf der Passstraße gemütlich tat. Dazu musste sich scheinbar zusätzlich die ganze Schweiz unbedingt an diesem Samstag über die Grimsel wälzen.

 

Unsere Themen an diesem Strahler-Ausflug:

• Besichtigung der Baustelle Spitallamm an der Grimsel

• Besichtigung der Vitrinen mit den neu gefunden Mineralien aus der Baustelle Spitallamm

• Bräteln bei der Insider Brätelstelle oberhalb Guttannen

 

Besichtigung der Baustelle Spitallamm beim Grimsel Hospiz

Mit großen Augen schauten wir auf die Riesenbaustelle. Alles schien hier überdimensioniert. Unsere kompetente Führerin „Christine“, von der KWO, der Kraftwerke Oberhasli, erklärte uns wie hoch zum Beispiel die beiden Kräne sind (93m) und wieviel Beton (7m3 pro Kübel) man auf einmal mit dem Kran in die Tiefe befördern konnte. Es war übrigens nicht einfach Kranführer zu finden, denn diese Kräne sind die grössten in Europa. Es braucht wahrlich eine gewisse körperliche Kondition, um den Kranausleger zu erreichen. Imposant ist, dass die Kransockel im Granit einbetoniert wurden, da sie Stürmen bis 220 Stundenkilometer und natürlich dem ältesten „Hasler“ - dem Föhn - trotzen müssen. Im Schauraum der KWO sahen wir in den alten Collagen wie früher ein Pioniergeist beim Arbeiten geherrscht hatte. Auch heute dringt der Stolz der Arbeiter durch, die an einem solchen Jahrhundertbauwerk mitarbeiten. Dies ist aus den Gesichtern aus den gezeigten Bildern herauszulesen. Es waren dabei mehrere hundert Mitarbeiter beteiligt. Das neue Projekt startete 2019 und dauert etwa bis 2025. Die Bauzeit ist gleich lang wie bei der ersten Mauer. Zu Beginn des Baus waren es etwa 120 Mineure und während des Betonierens noch etwa 70 Mitarbeiter. Etwa 160 Treppenstufen tiefer kamen wir auf eine Plattform, wo wir einen Überblick über die ganze Baustelle erhielten. Ein Teil des Aushubes wird bereits an Ort und Stelle zu Beton weiterverarbeitet. Interessantes Detail sind die verschiedenen Korngrössen der Steine: von Sand bis zu Steinen von Faustgröße, die als Füllmaterial dienen. Die Mauer wird als Bogenmauer gebaut. Der Druck des Wassers wird an beiden Seiten der Mauer am Granit aufgefangen. Somit wird die Mauer von unten nach oben mit der gleichen Dicke betoniert, nicht wie bei der alten Mauer, die unten eine breite, dicke Basis besitzt und oben eine relativ schmale Krone. Die alte Mauer wird nicht abgebrochen, sondern nur durch die neue zur Sicherheit unterstützt, da die alte einen Riss hat. Es gäbe noch vieles zu erzählen…

 

Besichtigung der Vitrinen mit den neu gefunden Mineralien aus der Baustelle an der Handegg

Nach einer kurzen Fahrt hinunter an die Handegg, zum „alten Granitmineur“ nahm uns Walter von Wyssenfluh in Empfang. Er waltet als Mineralienaufseher bei der KWO. Walter ermahnte uns einen dicken Pullover anzuziehen, da es im Stollen kühl ist. Draußen waren es etwa 28° heiß und tüppig feucht, drinnen etwa 6° kühl und ebenfalls feucht.

Gespannt lauschten wir seinen ersten Ausführungen. Walter erzählte uns, wie die Steine den Weg in die Vitrinen fanden: Eines Tages erhielt er ein Telefonat, im Vortrieb hätten sie etwas „angeschossen“. Bei der näheren Betrachtung sah Walter, dass es sich um etwas Größeres handeln musste: Große Spitzen bis zu etwa 10 cm und mehr kamen zum Vorschein. Geborgen wurde nachher Stufe um Stufen und als Highlight die Riesengruppe mit einem Gewicht von ungefähr 250 kg. Walter erzählte und erzählte… und machte uns immer mehr „glustig“. Wir konnten es kaum erwarten die Kristalle im inneren des Stollens anzusehen. Andreas Teige meinte ungeduldig: „So, zeig uns endlich die Steine!“ Nach etwa 200 m Marsch durch den Stollen sahen wir sie: die Vitrinen mit den Wunder-Kristallen! Walter erzählte begeistert weiter: Als die Kristalle gefunden wurden, waren viele der Stufen ganz eingepackt in zähen Lehm und Chlorit. Jeder Strahler weiß, dass die Steine so geschützt sind, was beim sicheren Bergen hilft. Da reichlich Wasser vorhanden ist im Vortrieb, konnte man durch das Abspritzen schnell erahnen, was da noch alles zum Vorschein kommen könnte. Da waren die überall begehrten Rosafluorite mit wunderschönen Oktaedern bis zu 8 cm Grösse. Einige Quarzstufen wurden nur mit Wasser gereinigt und der noch an den Kristallen haftende Sinterbelag wurde teilweise belassen, was den Steinen ein ganz spezielles Aussehen gibt. Tja, und wohin sollte Walter mit all den vielen Kristallen, wenn kein sinnvoller Lagerungsplatz vorhanden ist? So nahm Walter alles vorerst zu sich nach Hause. Er erzählte, dass er gar nicht glücklich darüber war, denn wer wusste schon, was bei einem solchen Schatz passieren konnte! Unsereiner war trotzdem fast ein bisschen neidisch darüber, nicht selber einmal so herrliche Steine zu Hause zu haben. Nun, jetzt stehen sie bestens präsentiert hinter Glas und perfekt ausgeleuchtet. Übrigens wurde der Fund angeschossen im zentralen Aaregranit, auf einer Höhe von etwa 1850 m.ü.M. Über jeder Stufe wurde nun gefachsimpelt, begutachtet, gestaunt. Die Zeit flog nur so dahin. Tja, und welche Mineralien waren dort gefunden worden? Als Walter von Wyssenfluh bemerkt hat, dass da ein grösser Fund angeschossen wurde, hat er mit dem naturhistorischen Museum Bern Kontakt aufgenommen und Professor, Dr. Beda Hoffmann informiert, der die Mineralien zugeordnet hat. Es finden sich Mineralien wie Titanit, Rosa Fluorit, Quarz, Epidot, Adular, usw. Interessanterweise wurden keine Gwindel und kein Rauchquarz gefunden. Was ist denn so besonders an diesen Stufen? Für mich sind es zwei Dinge: Erstens, sind die Kristalle mehrere Kilometer tief in der Erde unter grossem Druck in Zusammensetzung verschiedenster Mineralien über Millionen von Jahren gewachsen und während der Alpenfaltung in großen geologischen Zeiträumen an die Oberfläche gekommen. Zweitens sind die Kristalle für mich einfach ein Wunder der Natur! Es ist ein glücklicher Zufall, dass sie gerade dort gefunden wurden, ein Teil aus einem größeren Zusammenhang, etwas das mich als Menschen klein werden lässt.

 

Bräteln bei der Insider Brätelstelle oberhalb Guttannen

Nach dem Wärmeschock im Stollen, folgten wir Walter von Wyssenfluh wieder nach draußen und fuhren auf eine wunderbare Waldlichtung oberhalb Guttannen. Alle hatten sich noch viel zu erzählen von den vergangenen Stunden. Um ungefähr 20.30 Uhr kam Wind auf. In Guttannen liegt es nahe, dass es, wie „immer“ der Föhn ist, aber nach kurzem Debattieren waren wir uns einig, dass sich am Ritzlihorn etwas zusammenbraute. Walter meinte überzeugend, seine Wetterapp zeige, es komme kein Gewitter auf. Nach wenigen Minuten regnete es dann doch. Wir packten zusammen. Allerdings hörte es nach kurzer Zeit wieder auf zu regnen, womit Walter eigentlich trotzdem recht behalten hatte. Wir alle konnten die Zeit in vollen Zügen genießen. Ein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle Walter von Wyssenfluh für seine Führung, und der Gemeinde Guttannen, dass wir die Brätelstelle benutzen durften. Ein herzlicher Dank gilt auch unserem Präsidenten für die Organisation des tollen Anlasses.

 

Text: Heinz Hunziker                                                   Fotos: Maya Masina

Einige Farbige Impressionen vom Ausflug


Swisshelicopterbasis Hori  15. März 2018                          Helikoptereinsatz beim Strahlen mit Kopf und Wissen

Vom Wetter, Wind, Höhe über Meer, über die Anmeldung eines Fluges mit den entsprechenden Koordinaten und noch Vieles mehr durften wir am vergangenen Donnerstag aus erster Hand erfahren. Mit glaubhaften Beispielen von Lasten anhängen über Whiteout oder der möglichen elektrischen Entladung des Flugobjektes beim Aussteigen wurden wir in diesem Bereich auf die kommende Strahlersaison vorbereitet.
Vielen Dank allen die zum Gelingen des Anlasses beigetragen haben.


Herbsthöck 2017

Fritz mit einem kleinen Präsent
Fritz mit einem kleinen Präsent

Am 22. November 2017 trafen sich 12 mutige HaslistrahlerInnen zum jährlichen, gemütlichen Herbsthöck im Hotel Restaurant Urweider in Innertkirchen. Speziell wie fast immer: Der bereits 85 jährige Fritz Brunner reiste extra aus dem fernen Stein AG an um unseren Höck mit seiner Anwesenheit und seinem feinen, trockenen Humor zu bereichern. Lieber Fritz, komm doch bitte im 2018 wieder....

Der Vorstand erstellte wie immer im Vorfeld an der Vorstandssitzung die Traktandenliste mit folgendem Inhalt:

 

Im Berner Oberland sind etliche Mineralienbörsen die einander zum Teil das Wasser abgraben. Über diesen Sinn oder Unsinn sollen die Börsen OKs gemeinsam diskutieren und Lösungsvorschläge erarbeiten.

 

Die Haslistrahler feiern im 2018 ihr 25 jähriges Bestehen. Sollen an der GV vom 2. Februar Festivitäten stattfinden? Wie feiern wir unseren runden Geburtstag? Vorschläge sind herzlich willkommen.

 

Immer mehr Haslistrahler findem immer mehr grosse Schätze.... Was zum Teil Helikopterflüge nach sich zieht. Naturschutzgebiet Grimsel, Patentwesen, die Interessen des Strahlers und die sichere Fliegerei stehen manchmal im Konflikt und werfen Fragentreten auf. Zumindest den Teil mit den sicheren Helikoptertransporten wollen wir im März mit einem Besuch auf der Basis in Schattenhalb auffrischen und mit neuem Wissen ergänzen. Swiss Helicopter lädt uns zur "Schulung" und zu einem anschliessenden Apéro ein. Genauere Infos und Einladung erfolgt nach der GV 2018.

 

Unsere Webseite leidet chronisch an fehlenden Aktualitäten und Neuigkeiten. Der Präsi fordert die Anwesenden Mitglieder auf, ihm Geschichten, Fotos oder weitere nennenswerte Artikel im Zusammenhang mit der Strahlerei zuzustellen. Diese würden dann aufbereitet und auf der Webseite publiziert.

 

Im Vorstand wurde im Vorfeld verschiedentlich kontrovers über ein EXTRA LAPIS Berner Oberland diskutiert. Teige Beat wird sich als Drahtzieher engagieren und die Angelegenheit vorwärts treiben. Der Vorstand ist in der Sache neutral, ist der Ansicht dass dich der Verein nicht direkt an der Arbeit beteiligen will. Sicher ist aber jedem Mitglied freigestellt, sich aktiv an diesem einmaligen Vorhaben einzubringen.

 

Der offizielle Teil des Höcks findet um 20.50 sein Ende. Zeit für aktuelles Plagieren, übertriebene Strahlererlebnisse und lustige Gegebenheiten auszupacken und zu erzählen. Selbstverständlich haben unsere Mitglieder auch dieses Jahr wieder das eine oder andere Muster aus der Saison mitgebracht, das es zu beurteilen und zu bestaunen gilt.

 

Vielen Dank allen Anwesenden für den Besuch des Höcks, das war ein flotter Abend.

 

10.12.2017

Der Präsident


Vereinsausflug 2016

Am 16. Oktober, einem strahlenden Herbsttag, unternahmen wir einen Ausflug ins Wallis. Das Ziel war Mörel, genauer gesagt die Ausstellung von Werner Schmidt. Nach der herzlichen Begrüssung und der Führung durch das Verkaufslokal durften wir seine Prachtstücke im Museum begutachten. Schon im Laden ist manches Vitrinenstück zu bewundern, kein Ramsch, keine verletzten Verkaufsstücke. Aber was in der Ausstellung alles zu sehen ist kann einem schon fast die Sprache verschlagen. Nicht etwa nur aus einer Kluft oder einer Region oder eine Mineraliensorte: Nein, querbet durch das ganze Oberwallis gefundene Mineralien sind ausgestellt. Alles wunderschöne Qualitätsstücke in schön beleuchteten Räumen und Vitrinen wunderbar ausgestellt. Nur Wallis, ist man geneigt zu sagen. Aber was das Wallis alles zu bieten hat ist bei Werner eindrücklich zu sehen. Seine Räumlichkeiten müssten für eine breitere Palette schlichtweg ausgebaut werden. Immer eine Reise Wert. Das anschliessende Apero genossen wir in vollen Zügen. Wann ist Weisswein und Käse schon zu verachten....

Die Heimfahrt über die herbstliche Grimsel und das gemeinsame Nachtessen in Guttannen bildeten den gemütlichen Abschluss unseres Ausfluges.

Vielen herzlichen Dank dem Organisator und allen Teilnehmern.